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BEIM BEETHOVEN-FESTSPIELHAUS FÜR BONN

28. August 2011
nähert sich die Stunde der Entscheidung. In einem Betrag für die Bonner Zeitschrift "Haus und Grund" habe ich noch einmal die wesentlichen Gründe zusammengefasst, die dafür sprechen, dass sich die Bonner diese 140-Mio-Investition nicht entgehen lassen.
BEIM BEETHOVEN-FESTSPIELHAUS FÜR BONN

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Lesen Sie, was der IHK-Präsident zum Festspielhaus sagt hier.  

Weitere Meldungen zum Festspielhaus finden Sie hier. 

 

(erschienen in „Haus und Grund“ 8/2011)

Festspielhaus: Kühler

Kopf statt kalte

Schulter

Warum tun sich die Bonner Stadtoberen nur so schwer mit Ludwig van Beethoven ?

  • 1845 musste Franz Liszt das Beethoven-Denkmal auf dem Münsterplatz gegen den damaligen OB Oppenhoff durchsetzen. Längst ist es zum Bonner Wahrzeichen geworden.

  • 1889 war die Stadtspitze damit einverstanden, Beethovens Geburtshaus abzureißen. In letzter Minute  konnten zwölf Bonner Bürger das Haus kaufen und vor dem Abriss retten. Heute lockt das Beethovenhaus über 100.000 Besucher pro Jahr an.

  • In seiner 150-jährigen Geschichte hat die Stadt das Beethovenfest gleich mehrfach beerdigt – zuletzt Anfang der 90er Jahre. Erst als Bonner Bürger drei Jahre lang einen „Beethoven-Marathon“ organisierten, lenkte die Stadtspitze ein. Jetzt hat eine Studie belegt, dass jeder investierte Euro vierfach in die Region zurückfliesst.

Aber im Umgang mit dem größten Sohn Bonns scheinen die Stadtoberen nichts gelernt zu haben. Weil es in der Beethovenstadt keinen Konzertsaal gibt, haben sich Bürger zusammengefunden, um ein Beethoven-Festspielhaus durchzusetzen. Beim Bund, bei Bonner Dax-Unternehmen, im Land, im Rhein-Sieg-Kreis und der Sparkasse KölnBonn haben sie insgesamt ca. 140 Millionen Euro für das Vorhaben mobilisiert. Die Siegerentwürfe eines hochrangigen Architektenwettbewerbs sind baufertig durchgerechnet, alle Ampeln stehen auf grün – nur der Bonner Stadtrat zögert und der Oberbürgermeister hat das Vorhaben „auf Eis“ gelegt.

Gekonnt werden den Bonnern dabei die Fakten vorenthalten. Die Fragen, die immer wieder gestellt werden, sind nämlich längst beantwortet:

  • Der Bau ist ohne Risiko für die Stadt: Post AG und Postbank haben angeboten, den Bau eines spielfertigen Festspielhauses incl. möglicher Baukostensteigerungen vollständig (!) zu finanzieren. Auch Rücklagen für den Bauerhalt sind eingerechnet. Die Stadt hat sich nur verpflichtet ein Grundstück bereit zu stellen und entscheidet damit über den Standort.

  • Der Betrieb wird von einer Stiftung finanziert. Weder der Bau noch der Betrieb sind eine städtische Angelegenheit. Wie bei der Bundeskunsthalle geht es um ein nationales Projekt. Deshalb wird für den Betrieb eine Stiftung gegründet, an der sich bisher der Bund (39 Mio €), das Land (1 Mio € jährlich), der Rhein-Sieg-Kreis (3 Mio €) und die Sparkasse KölnBonn (5 Mio €) beteiligen. Die Telekom ist vom Bau auf die Betriebskosten umgestiegen. Die Stadt Bonn hat über ihren Beitrag noch nicht entschieden.

  • Die Betriebskonzepte liegen vor. Das „Kerngeschäft" leisten die Beethovenfeste. Dazu kommen die Konzerte des Beethovenorchesters und Vermietungen für weitere Veranstaltungen. Man geht von 100-120 Konzerten mit ca. 160.000 Besuchen pro Jahr aus. Die Betriebskosten von ca. 8,8 Mio Euro werden durch Kartenverkauf (3 Mio), Erträge des Stiftungskapitals (2,8 Mio) und den NRW-Zuschuss (1 Mio €) gedeckt. Weitere zwei Millionen an Einnahmen kommen aus Sponsoring, privaten Zustiftungen, dem Beitrag der Telekom und der Stadt. Selbst wenn die Stadt für diese zwei Millionen alleine aufkommen würde, kann man wie beim Beethovenfest damit rechnen, dass das Vierfache von Besuchern in Bonn ausgegeben wird. Auch deshalb treten die die IHK und die Hotel – und Gaststätteninnung so nachdrücklich für das Festspielhaus ein.

  • Die Alternative des Nichtstuns ist teurer: Einmal abgesehen von der Blamage für die Beethovenstadt - Ohne das Festspielhaus bliebe in Bonn alles beim Alten: Die Beethovenhalle kostet an Unterhaltskosten ca. 1,5 Mio € jährlich. Die anstehende bauliche Sanierung wird mindestens 20 Mio € verschlinge. Allein in den nächsten beiden Jahren will die Stadt dafür 2,8 Mio € ausgeben. Zugleich ist die alte Beethovenhalle als Mehrzweckhalle kaum belegt. Deshalb ist ein Festspielhaus ist im Vergleich zur Beethovenhalle in jedem billiger. 

Anstatt also einer 140 Millionen-Investition die kalte Schulter zu zeigen, sollten die Stadtoberen also mit kühlem Kopf zugreifen. Immerhin vier Jahre (!!!) warten wir jetzt auf eine Entscheidung. Sie muss bis Ende 2011 Entscheidung gefallen sein, sonst ist das Geld von Bund und Sponsoren weg. Und man kennt das ja: Hinterher will´s wieder keiner gewesen sein. Deshalb machen die Bonner auch Druck: Im Internet haben für das Festspielhaus schon mehr Bürger mit vollem Namen unterschrieben (www.jetzt-schätzchen.de) als sich anonym für den populärsten Vorschlag bei der städtischen Aktion „Bonn packts an“ ausgesprochen haben. Wenn es um Beethoven geht ist auf die Bonner eben mehr Verlass als auf die Stadtoberen…

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DIE GRÜNEN LEGEN BONN LAHM

wie die Beispiele Cityring, Viktoriakarree und Beethovenhalle zeigen. Wie widersinnig grüne Politik dabei ist, zeigen beispielsweise die Beschlüsse dem Cityring, durch die der Autoverkehr zum Bahnhof zu langen umweltschädlichen Umwegen durch Wohngebiete gezwungen wird.

22 JAHRE WAR BEETHOVEN IN BONN -

länger als Mozart in Salzburg. Hier reifte er  im Geiste der Aufklärung zur musikalischen wie auch charakterlichen und politischen Persönlichkeit, sammelte wichtige und prägende Erfahrungen als Organist und Orchestermusiker, entwickelte sich zum außergewöhnlichen Pianisten und profilierte sich als Komponist.

AM 2. 2. FINDET DAS KLAVIERKABARETT

LUDWIG ALAAF von Stephan Eisel um 10:30 Uhr im Kulturzentrum Hardtberg statt (Rochusstraße 276, 53123 Bonn)22 Jahre hat Beethoven in Bonn gelebt und gearbeitet. Er war dabei nicht der grimmige, vom Schicksal beladene Komponist als der er oft dargestellt wird, sondern hatte eine sehr heitere Seite. Es erwarten Sie überraschende Einsichten zu Ludwig und Fingerübungen zwischen Pop, Jazz und Klassik. Dabei geht sowhl um die von Beethoven in seinen Werken umgesetzte "rheinische Täuschung" als auch den Nachweis, dass er die wichtigsten rheinischen Karnevalslieder komponiert hat. Das Bonner Prinzenpaar hat sich zu einem Besuch angesagt.

DIE BEETHOVENS WAREN IN BONN

über 60 Jahre mit vier Generationen eine feste Größe in der Bonner Stadtgesellschaft. Mit der Familie des größten Sohns der Stadt am Rhein befasste sich die erste Folge einer mehrteiligen Serie von Stephan Eisel zum Bonner Beethoven im General-Anzeiger.

BEETHOVEN UND DIE 22 BONNER JAHRE

ist der Titel eines Buches von Stephan Eisel, das im Januar 2020 im Verlag Beethoven-Haus erscheint. Auf 500 reich bebilderten Seiten geht es um das, was Beethoven in persönlich und musikalisch geprägt hat, bevor er das Rheinland verlassen hat. Geschildert werden die Bonner Wurzeln der Ode "An die Freude" ebenso wie Bonn mit seinem größten Sohn umgegangen ist. Hier finden Sie das Inhaltsverzeichnis, weitere Informationen und können das Buch bis zum 31. Dezember 2019 zum Vorzugspreis subskribieren.

UNSER LUDWIG LÄCHELT

ist Thema meines Klavierkabaretts am 1. November um 16.00 Uhr (ausverkauft) und 18 Uhr in der Stiftung Pfenningsdorf in Bonn Poppelsdorf. Es geht dabei um die unbekannte Seiten von Beethoven aus seiner Bonner Zeit, die mit Fingerübungen am Klavier vorgestellt werden.

FÜR DAS SCHEITERN DES FESTSPIELHAUSES

für Beethoven in Bonn trägt der damalige OB Nimptsch (SPD) ein erhebliches Maß an Verantwortung. Dass er dafür jetzt Post und Telekom verantwortlich machen will, stellt die Wahrheit auf den Kopf. 

AM 3. OKTOBER FEIERN WIR DEN TAG

der Deutschen Einheit. Wie am 23. August 1990 die freigewählten Volkskammer der DDR den Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland nach Artikel 23 des Grundgesetzes beschlossen hat, habe ich als Mitarbeiter von Helmut Kohl im Bonner Kanzleramt miterlebt.

MEINE GEDANKENANSTÖSSE ZU

politischen Debatten sollen zum Innehalten anregen, wo ein medialer Hype oft zu Kurzschlüssen verführt. Demokratie braucht ebenso Zeit zum Austausch der Argumente wie Klarheit der Positionen. Hier finden Sie die Stolpersteine für das dritte Quartal 2019.

KUNST UND PUBLIKUM

brauchen einander und sind zugleich in einem Spannungsverhältnis verbunden. Aber Musik, die keiner hört, ein Buch, das niemand liest, oder ein Bild, das keiner sieht, laufen ins Leere. Nur im Respekt voreinander kommen Kunst und Publikum voran.