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DASS DAS FESTSPIELHAUS BEETHOVEN

06. April 2011
solider geplant ist als die Hamburger Elbphilharmonie, erklärte der Projektleiter des Architektur-Wettbewerbes für das Festspielhaus Beethoven, Heiner Küpper, bei einer Veranstaltung der Festspielhausfreunde.
DASS DAS FESTSPIELHAUS BEETHOVEN

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Was unterscheidet das Beethoven-Festspielhaus von der Elbphilharmonie ?

Am 31. Januar 2011 hielt der Intendant der Elbphilharmonie Christoph Lieben-Seutter bei den FEST.SPIEL.HAUS.FREUNDEN einen Vortrag. Bei dieser Veranstaltung erklärte Heiner Küpper, Projektleiter des Architektur-Wettbewerbes für das Festspielhaus Beethoven, warum beim Bonner Projekt Kostenprobleme wie in Hamburg nicht auftreten können.

Lesen Sie die Mitschrift des Beitrages wie er auf der Homepage der FestsSpielhaus-Freunde veröffentlicht wurde:

„Mein Name ist Heiner Küpper, ich war lange Jahre im Bereich Immobilien der Post tätig, einige Jahre als Leiter des Zentralbereichs Konzern-Immobilien.

Vor drei Jahren mit 60 wurde mir ein schönes Projekt übertragen. Ich durfte mit den Architekten unserer Deutsche Post Bau GmbH ein internationales Architektenauswahlverfahren für das Beethoven-Festspielhaus durchführen. Für mich als ehemaligen Jurist war das eine wunderbare Aufgabe mit vielen neuen Lernerfahrungen. Wir haben uns auch intensiv mit dem Projekt der Elbphilharmonie in Hamburg befasst. Gemeinsam mit Herr Trommer [damaliger Stadtbaurat]sind wir nach Hamburg gefahren und haben uns dort das Projekt ganz genau angesehen.

Von den dort gemachten Fehlern konnten wir lernen. Wie es nicht geht, wussten wir dann schon. Und so war es für uns leichter, die Fehler, die in Hamburg gemacht wurden, zu vermeiden. Vorsitzender unseres Expertengremiums für Architektur war Professor Marg von gmp Hamburg, der ebenfalls mit allen Interna in Hamburg bestens vertraut war. Man hat sich in Hamburg ein Trojanisches Pferd in die Stadt bringen lassen. In einem sehr frühen Stadium wurde der Architektenvertrag unterschrieben und es wurden laufend baubegleitende Planungen gemacht. Und so was lieben die Baufirmen, denn dann können sie ständig die Preise anpassen, selten nach unten.

Und um all diese Fehler zu vermeiden, haben wir bei den Architekten und den Baufirmen auf Wettbewerb gesetzt, und es wurde bis zuletzt noch keine finale Entscheidung getroffen. Auch haben wir bereits in einem sehr frühen Stadium die verschiedenen Fachingenieure und die technischem Ämter der Stadt Bonn an einen Tisch gebracht, um die Entwürfe auf Herz und Nieren zu prüfen und Vorschläge für die weitere Bearbeitung zu machen. Auch die Architekten und Bauingenieure der Post waren mit Herzblut bei der Sache. Sie waren froh, dass sie nicht mehr nur Lagerhallen und Büros bauen mussten, sondern dass sie ihr Know-how an einem so tollen Projekt ausprobieren konnten.

Sie hatten auch eingehend die alte Beethovenhalle untersucht und Modelle entwickelt, wie man die Beethovenhalle mit einbeziehen könnte. Wir haben zudem das international anerkannte Büro Speer & Partner aus Frankfurt gebeten, uns bei dem Architektenauswahlverfahren zu unterstützen. Die sehr ausführliche Aufgabenstellung für die Architekten hatten wir vorher mit der Intendantin des Beethoven-Festivals, Frau Ilona Schmiel, mit einer Projektgruppe des Beethoven-Orchesters, dem Vertreter der künftigen Stiftung für das Beethoven Festspielhaus und einigen technischen Ämtern der Stadt Bonn besprochen. In dem Verfahren ging es den Architekten zunächst um die Gestaltung, und uns ging es immer auch darum, die Kosten einzuhalten.

In der Akustik hat uns auf Empfehlung von Herrn Klais Nick Edwards von Acoustic Dimensions London, ein international renommierter Akustiker, beraten. Mit den Architekten wurden schon während der Entwurfsphase Gespräche geführt. Jeder der Architekten hatte einen Akustiker auf seiner Seite und wir hatten einen guten Akustiker auf unserer Seite. So konnten wir aus den Streitgesprächen zwischen den Akustik-Experten viel lernen, um für unser Beethoven-Festspielhaus die beste Akustik zu bekommen. Das Architektenauswahlverfahren erstreckte sich über drei Phasen. Von Phase zu Phase wurden die Entwürfe in jeder Hinsicht immer besser. Wichtiger Ansporn dabei war, den Wettbewerb bei der Architekten-Auswahl bis zum Ende offen zu halten. Die beiden verbliebenen Entwürfe von Zarah Hadid und François Valentiny wurden anschließend noch einmal kostenmäßig intensiv überprüft.

Erstens haben wir von jedem Architekten verlangt, dass er mit jedem Entwurf eine detaillierte Kostenrechnung vorlegen musste, die wir natürlich von unseren Baufachleuten überprüfen ließen. Zweitens wurden die Baukosten jeweils für beide Entwürfe von zwei Baufirmen - Max Bögl und Züblin - ermittelt. Die beiden Baufirmen waren in einem Wettbewerbsverfahren ausgesucht worden. Diese marktbasierten Kostenschätzungen waren sehr detailliert. In einem Fall umfassten sie 20 Ordner. Viele wichtige Details wie die Saalbestuhlung, Bühnentechnik, Akustikvorhänge, Lagergestelle für Instrumente etc wurden kostenmäßig eingeschätzt. Dies erwähne ich nur, damit Sie verstehen, mit welchem Detaillierungsgrad wir an diese Dinge herangegangen sind. So hatten wir dann im Endeffekt auch auskömmliche Preise, die natürlich weit unter dem liegen, was hier an Baukosten für die Elbphilharmonie benannt wurde. Aber wir haben in Bonn ja auch ein deutlich kleineres Bauprogramm als in Hamburg bei der Elbphilharmonie.

Und bei uns hätte es keine Beauftragung geben, wenn wir nicht genau gewusst hätten, wo wir kostenmäßig gelandet wären. Der Unterschied zwischen Hamburg und Bonn war - die Hamburger sind gestartet und kennen nicht den Erdteil, wo sie mit dem Projekt landen. Wir wären nur und erst gestartet, wenn uns der Zielflughafen bekannt gewesen wäre. Wir hatten eine klare Vorstellung davon, was wir machen wollten und was nicht. Nur so hat man eine Chance, die Kosten einzuhalten. Und, dass so etwas so funktionieren kann, konnten Sie im letzten Jahr sehen beim Bau des neuen Folkwang Museums in Essen. Herr Berthold Beitz hatte ein Budget von 55 Mio. € bereitgestellt, und das Büro Chipperfield hat das Projekt in diesem Budgetrahmen auch realisiert.

Die Diskussionen in der Öffentlichkeit über die Baukosten haben mich als damaligen Projektverantwortlichen für das Beethoven Festspielhaus immer in besonderer Weise geärgert. Denn ich glaube, dass wir ein schönes Projekt mit einer erstklassige Architektur und einer exzellenten Akustik im Konzertsaal in einem noch vertretbaren Kostenrahmen entwickelt hatten. Für Beethoven in Bonn.Jetzt aber liegt das Projekt auf Eis und die Bürger müssen dafür sorgen, dass es wieder vom Eis runterkommt."

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