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DAS BEETHOVEN-FESTSPIELHAUS ÜBERHOLT

21. September 2013
die Beethovenhalle, wenn es um die Solidität der Finanzierung und die Planungsreife geht. Vor 2015 werden nämlich keine Entscheidungen über die Renovierung der alten Mehrzweckhalle fallen können, weil erst dann die Planungsunterlagen fertig gestellt sind. schon heute spricht die Stadtverwaltung von "Schätzkosten" in Höhe von 30 Millionen Euro. Damit wird ausschliesslich die Stadtkasse belastet, während der Bau des Festspielhaus vollständig privat finanziert wird.
DAS BEETHOVEN-FESTSPIELHAUS ÜBERHOLT

Den folgenden Text können Sie hier ausdrucken.


Eine aktuelle "Mitteilungsvorlage" der Stadtverwaltung zum Stand der Festspielhausvorbereitungen finden Sie hier.


Festspielhaus überholt Beethovenhalle

Entscheidung über Renovierung frühestens 2015

Oberbürgermeister schreibt an BÜRGER FÜR BEETHOVEN


In einem Brief hat Oberbürgermeister Nimptsch jetzt die BÜRGER FÜR BEETHOVEN darüber informiert, dass „die Entwurfsplanung mit den entsprechenden Kostenberechnungen“ für die Renovierung der Beetho­venhalle erst „bis Ende 2014 vorliegen“ wird. Dies teilte der Vorsitzende des Vereins, Stephan Eisel, heute mit: „Damit wird frühestens 2015 über Umfang und Finanzierung der Renovierung der alten Mehrzweckhal­le entschieden werden können. Im Vergleich dazu sind die Vorbereitungen für das Beethoven-Festspielhaus wesentlich konkreter. Wer für das Beethoven-Jubiläumsjahr 2020 auf der sicheren Seite sein will, fährt mit dem soliden geplanten und durchgerechneten Festspielhaus viel besser als mit einer finanziell unkalkulierba­ren und planerisch noch nicht vorbereiteten Hallenrenovierung.“

Die BÜRGER FÜR BEETHOVEN hatten die Verwaltung um Auskunft darüber gebeten, wie lange das Beethovenfest in der Beethovenhalle stattfinden könne. Der Oberbürgermeister antwortete darauf am 4. Sep­tember: „Der Rat der Stadt Bonn hat in seiner Sitzung am 18. 07. 2013 zunächst lediglich den Beschluss ge­fasst, die Planungsleistungen für eine Generalsanierung der Beethovenhalle in Auftrag zu geben. Die Ent­wurfsplanung mit den entsprechenden Kostenberechnungen wird bis Ende 2014 vorliegen. Auf dieser Basis wird der Rat dann über den Gesamtumfang der durchzuführenden Sanierung entscheiden.“

Eisel erinnert daran, dass auch im Ratsbeschluss ausdrücklich betont werde, dass erst „nach (!!!) Vorlage der Vorplanungen über den Umfang der zu beauftragenden Bauausführungen befunden wird, die zu einem Be­trieb als Multifunktionshalle erforderlich sind.“

Eisel dazu: „Im Klartext heisst das: In Sachen Beethovenhalle geht bis 2015 nichts. Dann gibt es einen neu­en Rat und wir sind mitten im OB-Wahlkampf. Das wird zu weiteren Verzögerungen führen. Ausserdem ist die Finanzierung der Hallenrenovierung völlig unklar.“ Die Verwaltung spreche schon jetzt von „Schätzkos­ten“ in Höhe von ca. 30 Mio Euro: „Man kann sich angesichts der Erfahrungen mit städtischen Bauvorha­ben also ziemlich sicher sein, dass wir bei der Beethovenhalle am Ende über Baukosten von mindestens 40 Mio Euro reden – und zwar ausschließlich zur Lasten der Stadtkasse. Immer weniger Bürgern leuchtet ein, warum man so viele Millionen an Steuergeldern in eine alte Mehrzweckhalle stecken will.“ 

Demgegenüber wird der Bau des Festspielhauses vollständig privat finanziert. Auch der städtische Anteil an den Betriebskosten des Festspielhauses, die überwiegend von Bund und Land finanziert werden, liegt nach Eisels Meinung beim Festspielhaus „sicherlich niedriger“ als für die Beethovenhalle. Es sei außerdem „ziemlich wahrscheinlich, dass der Bauantrag für das Festspielhaus schneller vorliegt als ein Renovierungs­beschluss für die Beethovenhalle.“ Wer die Dynamik privater Bauherrn dann noch mit der Erfahrung städti­scher Baumaßnahmen vergleiche, könne sich leicht ausrechnen, was für das Beethovenjahr die sicherere Perspektive sei: „Die Beethovenhalle entwickelt sich als Endlosgeschichte zur unkalkulierbare Belastung für den städtischen Haushalt, während das durchgerechnete Festspielhaus die konkrete Chance für die Beetho­venstadt ist.“

Die BÜRGER FÜR BEETHOVEN fordern deshalb mit über 1.200 Mitgliedern die klare Priorität für das Beethoven-Festspielhaus: „Lieber ein festgelegter kleiner städtischer Anteil für den Betrieb des im Bau völlig privat fi­nanzierten und vom Bund wesentlich betriebenen Festspielhauses als die nach oben offene Belastung des städtischen Haushalts durch Renovierungs- und Betriebskosten einer dann nur kommunal betriebenen Beethovenhalle.“

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