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DASS DER CHEF DER STADTWERKE BONN

seinen Weggang schon vor dem 31. August 2025 (also in der Amtszeit von OB Dörner) vorbereitet hat, hat Stephan Eisel öffentlich gemacht. Damit ist die Darstellung der Lokalredaktion des Bonner General-Anzeiger zusammengebrochen, dass OB Deus an allem Schuld sei.
DASS DER CHEF DER STADTWERKE BONN

 

Die Reaktion darauf war ein besonders einseitiger GA-Artikel, auf den Eisel mit einem Brief an den verantwortlichen Redakteur reagiert hat. 

Einen Leserbrief, den der General-Anzeiger nicht abdruckte, finden Sie hier.

 

Den folgenden Text können Sie hier ausdrucken.

 

Weitere Informationen zum Thema finden Sie weiter unten. Dort ist auch die Antwort von Herrn Baumann wiedergegeben, die mich am 4. Mai erreicht hat, aber leider auf die von mir genannten Fakten nicht eingeht.

 

Sehr geehrter Herr Baumann,


in Ihrem Artikel vom 2. Mai über meinen Facebook-Eintrag zum Weggang des ehem. SWB-Chefs Hermes aus Bonn schreiben Sie, ich hätte diesem vorgeworfen, „dass er die Affäre als Vorwand für einen vorzeitigen Ausstieg bei den Stadtwerken genutzt“ habe. Damit zitieren Sie mich falsch. Ich habe Herrn Hermes nämlich nicht den „vorzeitigen Ausstieg bei den Stadtwerken“ vorgeworfen. Die Bewerbung auf eine neue Stelle ist völlig legitim. Kritisiert habe ich, dass er auch im Nachhinein der Öffentlichkeit verschwiegen hat, dass er seinen Weggang schon im August 2025 konkret geplant hat.

Seit dem 16. April liegt Ihrer Redaktion diese Information vor, die Sie jedoch nicht veröffentlicht haben. Erst die große Resonanz auf meinen Facebook-Post zum Thema hat Sie offenbar jetzt dazu veranlasst. Hätte ich nicht öffentlich darauf hingewiesen, dass die Bewerbungsfrist für die neue Stelle von Herrn Hermes schon am 31. August 2025 abgelaufen war, wäre der vor allem auch von Ihnen verbreitete Eindruck seines plötzlichen Abgangs wegen OB Deus wohl bestehen geblieben.

Notgedrungen mussten Sie jetzt In Ihrem Artikel bestätigen, dass Herr Hermes sich auf die neue Stelle schon lange vor der Kommunalwahl beworben hat. Man kann diesem Artikel auch entnehmen, dass dies dem damaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Tom Schmidt (Grüne) bekannt war. Gilt das möglicherweise auch für die damalige Oberbürgermeisterin von den Grünen? Offenbar halten Sie es nicht für nötig, hier nachzuhaken.

In diesem Zusammenhang ist erneut auffällig, wie sehr Sie sich immer wieder auf die Informationen von Herrn Schmidt beziehen. Sie loben ihn als „bei den Stadtwerken und in der Kommunalpolitik gut verdrahtet“. Zugleich verschweigen Sie Ihren Lesern, dass Herr Schmidt im Kommunalwahlkampf unter klarem Missbrauch seiner Funktion ausdrücklich als „Aufsichtsratsvorsitzender Stadtwerke Bonn“ öffentlich für die Wahl von Frau Dörner geworben und sich damit gegen Herrn Deus gestellt hat. Diese Information würde Ihren Lesern aber helfen, die Quelle Ihrer Informationen einzuordnen.

Nach den Darstellungen von Herrn Schmidt, die Sie sich durch unkritische Wiedergabe zu eigen machen, hat sich Herr Hermes „Anfang Dezember“ aus dem im August 2025 begonnenen Bewerbungsverfahren bei den Bayerischen Staatsforsten „zurückgezogen“, das aber schon wenige Tage später wieder revidiert.

Die Bewerbung von Herrn Hermes nach Regensburg war demnach immer noch aktiv, als er am 11. März 2026 dem SWB-Aufsichtsrat einen vorbereiteten Auflösungsvertrag vorlegte und sich am 16. März mit OB Deus traf. Zu diesem Gespräch erklärte Hermes danach: „Mir schien der Weg für ein konstruktives und professionelles Miteinander wieder offen.“, um am 24. März dann mit dem Hinweis auf „neue Geschehnisse und zusätzliche Hintergründe“ fristlos zu kündigen. In all diesen Erklärungen fehlt jeder Hinweis auf seine parallel seit August 2025 laufende Bewerbung auf eine andere Stelle. Dazu finden Sie kein Wort der Kritik, obwohl die Kenntnis darüber die Einordnung der Geschehnisse um Weggang von Herrn Hermes verändert.

Ich bedauere es sehr, dass Ihre Darstellung erneut den Eindruck der Einseitigkeit erweckt, wo es doch Ihre Aufgabe wäre, in objektiver Berichterstattung das Verhalten aller Beteiligten kritisch zu hinterfragen.
Da ich nicht die Hoffnung habe, dass Sie meine Stellungnahme zu Ihrem Artikel Ihren Lesern zugänglich machen, werde ich sie auf Facebook und an anderer geeigneter Stelle veröffentlichen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Stephan Eisel

P.S.: Am Rande will ich darauf hinweisen, dass das von Ihnen zur Kontaktaufnahme empfohlene Linkedin-Konto von Herrn Hermes seit Wochen inaktiv ist und noch die Bezeichnung „Geschäftsführer Stadtwerke“ trägt. Ich habe es deshalb als Kontaktmöglichkeit nicht genutzt. Dass Herr Hermes sich bei den Bayerischen Staatsforsten auf eine Stelle beworben hat, bei der er „nach sicheren GA-Informationen mehr als 100.000 Euro weniger“ verdient, würde im übrigen – falls es zutrifft – unterstreichen, wie wichtig ihm schon im August 2025 der Weggang aus Bonn war – ganz unabhängig von den späteren Vorgängen um das Grundstück in Hangelar.

 

Auf meine mail habe ich am 4. Mai die folgende Antwort von Herrn Baumann erhalten, die leider auf die von mir genannten Fakten nicht eingeht:
"Sehr geehrter Herr Eisel,
herzlichen Dank für Ihre Nachricht. Wie Sie unserem Text entnehmen konnten, ist nicht allein Tom Schmidt die Quelle unserer Recherchen – sondern dazu zählen neben internen Quellen auch zwei aktive Aufsichtsratsmitglieder, die namentlich nicht genannt werden wollen. Sie, Herr Eisel, sind auch nicht falsch zitiert worden.Bemerkenswert ist Ihr Hinweis auf das „inaktive“ LinkedIn-Konto des Herrn Hermes – es ist weder deaktiviert, noch ist die Nachrichtenfunktion außer Betrieb. Sie hätten also sehr leicht Fragen an den Mann richten können, bevor Sie auf Facebook rufschädigende Behauptungen über den früheren SWB-Geschäftsführer verbreiten. Insgesamt zeigt mir Ihre Mail, dass sich Ihre Interpretation der Wirklichkeit doch stark von dem unterscheidet, was wir als Redaktion als Fakten recherchiert haben.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Baumann, Leiter Lokalredaktion Bonn"

 

Leserbrief von Dr. Gernot Fritz im General-Anzeiger 7. Mai 2026

Bei der Flugzeugwerft-Affäre hat der General-Anzeiger Gut und Böse abschließend eingeteilt. In dieses Bild passt freilich nicht, dass sich der Stadtwerke-Chef bereits im Sommer 2025 auf die Stelle des Vorstandsvorsitzenden der Bayerischen Staatsforsten beworben hat, obwohl er in Bonn bis 2027 vertraglich gebunden war. Der GA vermutet, Hermes habe „je nach Ausgang der Kommunalwahl eine berufliche Alternative“ gesucht. Dabei hatte er sein Amt parteipolitisch neutral und unabhängig von kommunalpolitischen Mehrheitsverhältnissen auszuüben. Weiter schreibt der GA, der SWB-Chef habe seine Stelle unter der grünen Oberbürgermeisterin übernommen, weshalb es zu seinen „Kernaufgaben“ gehört habe, „grüne Politik umzusetzen“. Ernsthaft? Parteipolitik als Kernaufgabe der Stadtwerke? Hermes habe sich im Dezember aus dem Bewerbungsverfahren „zurückgezogen“, dann aber nach dem Einflussversuch um den Ankauf der Flugzeugwerft Hangelar den „Gesprächsfaden“ wieder aufgenommen, um sich „abzusichern“.

Aber was war angesichts des noch zwei Jahre fortbestehenden Vertrags abzusichern, zumal die Stadtspitze sich erkennbar um Deeskalation bemühte? Ausgerechnet nach dem Angebot einer vorzeitigen Vertragsverlängerung kündigte Hermes überraschend und ohne Erwähnung seines neuen Jobs fristlos. Erst anschließend – wie der GA berichtet – habe er in Bayern unterschrieben. Dabei war nicht die Unterschrift entscheidend, sondern der Verhandlungsvorlauf und die Bestellung durch den Aufsichtsrat der Bayerischen Staatsforsten. Der SWB-Chef ist also aus meiner Sicht längere Zeit heimlich doppelgleisig gefahren, während ihn der GA als Opfer erscheinen ließ. Dabei konnte Hermes sein Amt in Bayern gar nicht antreten, ohne sich vorher seiner bis 2027 fortbestehenden Dienstpflichten in Bonn zu entledigen. Seine unerwartete fristlose Kündigung sollte offenbar diese Zwickmühle auflösen.

Ein rechtlich fragwürdiger Schritt, weil das als Begründung herangezogene Fehlen eines Vertrauensverhältnisses zum OB die fristlose Kündigung nach dem Angebot einer Vertragsverlängerung nicht trägt. Außerdem war die gesetzliche Frist von zwei Wochen ab Kenntnis der maßgeblichen Tatsachen seit Monaten verstrichen.

Dem aufkeimenden Verdacht einer Inszenierung tritt der GA mit dem Hinweis entgegen, der Posten in Bayern sei niedriger dotiert als der bisherige in Bonn. Das freilich ist für die politische und rechtliche Bewertung belanglos, zumal die finanziellen Perspektiven schon bei den Abwanderungsüberlegungen 2025, also lange vor dem hiesigen Streit, klar waren.

Außerdem bringt der neue Job eine Rückkehr in das vertraute Regensburg, wo Hermes bis 2019 Chef der Stadtwerke war. Nach meinem Eindruck will der General-Anzeiger seinen investigativen Höhenflug in der Flugzeugwerft-Affäre nicht durch neue Recherchen gefährden; stattdessen werden sich aufdrängende Fragen als wahrheitswidrige Gerüchte interessierter „Kreise“ abgetan. Schade, für einen Wächterpreis der Tagespresse ist das zu wenig. 

Dr. Gernot Fritz, Bonn

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